Triathlon Wettkampfberichte

Swimrun Wales

Ein Bericht von Georg Soustal: Nach der so positiven (Sport-)Erfahrung letztes Jahr in Wales entschieden meine Frau Eva und ich uns heuer für die Teilnahme am Swimrun Wales (am 1. August 2026). Dass hier die Uhren ein bisschen anders ticken, zeigte uns bereits die Anmeldung. Es gab zwei Distanzen zur Wahl: Sprint & Full. Wir entschieden uns für den Sprint, der die Kleinigkeit von 4,7 Kilometer Schwimmen im Meer und 14 Kilometer Trailrun am Coast Path umfasste. (Full mit sieben Kilometer schwimmen und 22 Kilometer Trail waren uns dann doch fürs Erste zu viel!)

Beim Racebriefing am Vorabend überraschte uns das überschaubare Teilnehmerfeld mit je neun Teams und circa 15 Einzelstartern bei beiden Distanzen. Die meisten jedenfalls mit Triathlon-Erfahrung, zumindest ließ das Tattoo des Ironman-Logos auf unzähligen Waden darauf schließen. Uns war‘s egal, war unser Ziel doch in dieser traumhaften Landschaft mit einem Lächeln im Gesicht zu finishen! Auch die Pasta-Party gestaltete sich anders als gewöhnlich, gab es doch Pommes (Chips) mit Chilli con Carne darüber und Jalapenos – egal, wir probierten auch das, wenn auch mit einem mulmigen Gefühl…

Der Renntag bot, wie schon die Tage zuvor, Kaiserwetter. Nach dem Start um 8:30 Uhr ging es bereits nach knapp 500 Metern auf die erste von vier Schwimmstrecken. Nach erfrischenden 1000 Metern (das Meer hatte 18 Grad bis19 Grad, für walisische Verhältnisse sehr warm, wie uns versichert wurde) ging es erstmals auf die Trailstrecke mit Panoramablick aufs Meer vorbei an unzähligen Schafsweiden – inklusive Gatter, die wir öffnen und schließen mussten. Gefühlt befanden wir uns zu diesem Zeitpunkt in der Mitte des Feldes. Ebenso nach dem zweiten Schwimmen und dem folgenden Lauf über einen Sandstrand und weiter durch das Städtchen Tenby.

Das dritte Schwimmen lies uns dann unfreiwillig mit Quallen Kontakt aufnehmen – die Ablenkung durch das „Vorbeiziehen“ der imposanten Klippen lenkte uns jedoch ausreichend ab. Lauf Nummer vier – der längste und anspruchsvollste verlangte zumindest mir mit 260 Höhenmetern auf den gut vier Kilometern nochmals alles ab (Stufensteigen inklusive benötigten wir über 40 Minuten!). An der letzten von drei Labestellen (wenige 100 Meter Luftlinie von der Finishline entfernt) galt es nochmals Kraft zu tanken für den finalen Swim – 2,1 Kilometer entlang eines Sandstrandes. Gleich zu Beginn hatten wir eine witzige „Begegnung“, sahen wir doch einen Mann im Wasser, der sich weder vor noch zurück bewegte. Als wir uns ihm näherten rief ich ihm : „Do you Need help?“ Es kam keine Reaktion, erst als wir dann näher kamen merkten wir, dass es ein Kameramann war, der uns versuchte im Wasser zu filmen. Schmunzelnd versuchte wir für die Unterwasseraufnahmen unsere beste Technik beim Vorbeischwimmen auszupacken… Doch zurück zum Bewerb: Bei den bereits erwähnten Temperaturen, langsam aufkommenden Wellen und einer Heerschar von Quallen entwickelte sich diese Dreiviertelstunde zu einer echten Challenge. Besonders Eva kämpfte mit der Kälte, da konnten auch die Neo-Handschuhe nur noch bedingt helfen. Auch dass die gesamte (gerade) Strecke nur durch zwei Bojen markiert war – circa nach 500 Meter und 1.800 Metern lies unterdessen wenig Euphorie aufkommen. Umso glücklicher waren wir, als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten, zwar wackelig und nicht gerade überhitzt dafür aber im Wissen, dass das Ziel nicht mehr weit war. Und so setzen wir zu einem beherzten „Zielsprint“ auf der Strandpromenade über gut zwei Kilometer an, ließen noch eine Teilnehmerin hinter uns und wurden euphorisch unter dem Zielbogen Willkommen geheißen, inklusive der Information, dass wir den zweiten Platz erreicht hatten! Was für ein freudiges Ende nach 3 Stunden 46 Minuten und 28 Sekunden  in denen wir 5.432 Meter im Wasser sowie 13,91 Kilometer Trail bei 477 Höhenmeter gemeistert hatten …