1866 gab es für Österreich eine herbe Niederlage bei Königgrätz, dem heutigen Hradec Králové in Tschechien. 160 Jahre später hat Helmut Fitz nun dort auch gekämpft – beim Ironman 70.3 Hradec Králové. Hier sein Bericht:
Hradec Králové ist eine bezaubernde Stadt, sogar Universitätsstadt, und lässt sich in Österreich gut mit Städten wie Graz oder Linz vergleichen. Ich war froh, gleich drei Tage in einem der offiziellen Ironman-Hotels mitten im Geschehen gebucht zu haben. Die Organisatoren haben einen top Event geliefert, und auch das Wetter hat bestens mitgespielt.
Beim Schwimmen ging alles easy. Durch den Rolling Start sind alle paar Sekunden immer drei Leute ins Wasser gehüpft – dadurch gab es kein Gedränge entlang der Strecke. Die Navigation war simpel: Im Vergleich zu offenen Gewässern musste man hier in der Elbe einfach nur in einem schmalen Korridor schwimmen. Strömung war keine wahrnehmbar. Mit etwa 35 Minuten lag ich noch im ersten Drittel der 1.546 Finisher – meine zweitbeste Zeit bei einer 70.3-Distanz.
Beim Radfahren, meiner „Lieblingsdisziplin“, ging allerdings alles daneben. Gefühlt ging es ständig bergauf und es gab ständig Gegenwind. Offiziell waren es 364 Höhenmeter, meine Garmin hat aber über 1.500 m angezeigt – auch wenn das durch die barometrische Messung völlig falsch war, angefühlt hat es sich für mich jedenfalls so. Innerhalb der vier(!) Stunden am Rad sind mir dann so um die 1.000 Leute an den Ohren vorbeigeflitzt. Gerade einmal 14 Teilnehmer waren noch langsamer …
Ein Kraftakt, wenigstens unter sieben Stunden zu kommen, war dann aussichtslos. Also habe ich mir mit relativ gemächlichem Lauftempo die Stadt angesehen und die Erfrischungen an den zwölf(!) Verpflegungsstationen genossen. Mit insgesamt 7 Stunden 25 Minuten wurde ich 1.506. von 1.546 (beziehungsweise. 18. von 19 in meiner Altersklasse).
Trotz dieser eher enttäuschenden Leistung war es eine tolle Erfahrung. Ich bin unverletzt, ohne Schmerzen und ohne technische Probleme ins Ziel gekommen. Und als frisch gebackener M60er muss ich feststellen, dass 98 % der Teilnehmer jünger waren als ich. Da ist es langsam schon ein Privileg, bei solchen Events mitmachen zu können. 😉



