Triathlon Wettkampfberichte

Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii

Ein Bericht von Alexander Scharoski: All jene die behaupten, die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii sei eines der anspruchsvollsten Ausdauerwettkämpfe der Welt, haben meiner Meinung nach absolut recht! Als Amateursportler ist es außerdem ein Privileg zu sehen, welche Leistungen die Weltspitze im Stande sind zu leisten und das aus nur ein paar Metern Entfernung – ein einzigartiges Erlebnis.

Die Bedingungen waren den ganzen Tag über sehr anspruchsvoll. Angefangen beim Schwimmen war das Meer mit großen Wellen sehr unruhig, sodass einige im Feld bereits nach der Hälfte der Strecke seekrank wurden. 

Am Rad herrschte zunächst Optimismus, nachdem es am Morgen noch geregnet hatte, was auf den ersten 15 Kilometern noch angenehm. Allerdings wurde aus dem Regen bald Dampf und sobald das Rennen nördlich über den Queen Ka’ahumanu Highway führte, wurde es richtig heiß und schwül. Die berüchtigten Passatwinde drehten immer wieder, weshalb auf gut 3/4 des Radabschnitts steifer Gegenwind und Seitenwind herrschte. Besonders zwischen Kilometer 120 und Kilometer 180 wurde das vielen Teilnehmer*innen zum Verhängnis. Auf der Abfahrt von Hawaii mit über 70 km/h auf recht holprigen Straßen verabschiedete sich außerdem einer meiner Flaschenhalter sowie Pannenset am Rad.

Auf der Laufstrecke herrschte die ersten zwölf Kilometern auf dem Ali’i Drive grandiose Stimmung und eine Wolkendecke hat diesen Abschnitt noch gut erträglich gemacht. Zurück auf dem Highway und besonders im Natural Energy Lab knallte die Sonne dann so richtig und es spielten sich (im Profirennen sowie Amateurrennen) dramatische Szenen ab. Meine Körperkerntemperatur lag in der letzten Stunde des Marathon bei 39,8°C, also war kühlen und locker bleiben angesagt. Der Zielkanal war dafür umso belohnender und ein wirklich schöner Moment. 

Nachdem ich knapp vor dem Rennen leider mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte (Ermüdungsbruch und Bandscheibenvorfall), war ich dennoch glücklich überhaupt dabei gewesen zu sein. Mit 9:38:57 Stunden habe ich somit schonmal eine Marke, die ich beim (hoffentlich) nächsten Mal unterbieten will 🙂

Herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Zeit! Trotz der extrem herausfordernden Monate in der Vorbereitung hat er eine absolute Spitzenleistung abgeliefert. Wir ziehen den Hut vor diesem Kampfgeist und drücken ihm fest die Daumen, dass er wieder die Gelegenheit bekommt, auf Hawaii an den Start zu gehen!