Ein Bericht von Helmut Fitz: Durch ein Vereins-E-Mail wurde ich auf den Sprint-Triathlon am 4. Juni 2026 in Waidhofen an der Thaya aufmerksam (vielen Dank an Renate und Helmut Otto!). Drei Tage später stand ich bereits am Start. Neun Längen im 25-m-Becken sollten trotz Schulterproblemen machbar sein – der Rest wäre ein guter Stresstest für die geplanten Bewerbe dieses Jahr.
Die Bedingungen waren traumhaft: wolkenlos, windstill und warm. Selbst die Veranstalter meinten, sie hätten noch nie so gute Verhältnisse gehabt. Gestartet wurde in der Reihenfolge der Startnummern im 15-Sekunden-Abstand. Als Nummer 66 von 79 Teilnehmern hatte ich viel Zeit, die Schwimmleistungen der anderen zu beobachten. Ich war verblüfft: kaum jemand konnte richtig kraulen, es gab spektakuläre Startsprünge mit anschließendem Brillen-Richten und auf den engen Bahnen ordentlich Stau.
„Das ist geritzt“, dachte ich mir und legte los. Nach einigen Überholmanövern musste ich auf der letzten Länge jedoch selbst im Stau hinter den Brustschwimmern warten. Bei knapp vier Schwimmminuten sollte das kein Drama sein.
Allerdings hatte ich die Rechnung ohne dem Technical Official am Beckenrand gemacht. Er hielt mich nach dem Ausstieg mit der Begründung auf, dass ich bei den Wenden nicht ordnungsgemäß mit der Hand abgeschlagen hätte. Ich habe ihm erklärt, dass ich mich jedes Mal ohne Handkontakt mit den Füßen abgestoßen habe. Das war zulässig und wurde mir vor dem Start von der Rennleitung auch bestätigt. Er meinte darauf, er werde so tun als ob er es nicht gesehen hätte und die Sache vergessen. Bei dieser Antwort geriet ich dann doch etwas in Wallungen, blieb aber ruhig und rannte weiter. Schließlich wollte ich es mir nicht unbedingt mit einem Technical Official verscherzen …
Auf der Radstrecke wurde mir klar, dass dieser Bewerb besonders für schwächere Schwimmer attraktiv ist. Die paar Minuten Schwimmzeit fallen nicht ins Gewicht. Zum Beispiel hatte mir der Zweitbeste im Gesamtfeld 20 Minuten auf dem Rad und zehn Minuten im Laufen abgenommen – beim Schwimmen waren wir aber trotzdem gleich schnell. Wie üblich wurde ich auf der hügeligen Strecke durchgereicht, dafür entschädigte mich die wunderschöne, fast kitschige Waldviertler Landschaft.
Auf dem Rad konnte ich ein neues Experiment testen: statt der üblichen picksüßen Gels echte Erdäpfelknödel! Original von Mama, mit 85 immer noch liebevoll zubereitet! Saftig, deftig, richtig sättigend und ohne flauen Magen. Herrlich! Danke Mama ❤️
Nach einer recht hügeligen Rennstrecke kam ich schließlich als 42. von 52 Herren ins Ziel. Ich wusste, dass nur vier Herren in der M60 Klasse am Start waren, also galt es zumindest einen der Mitstreiter niederzuringen. Tatsächlich wurde ich mit 1:25:24 Dritter! Und die Siegerehrung gab’s dann vor Riesenpublikum beim Volksfest des roten Kreuzes. Ein wunderschönes Erlebnis!
Mit tollen Eindrücken und den restlichen Knödeln als Stärkung ging’s wieder heim. Wer noch auf teure Gele schwört, hat einfach noch nicht die richtigen Knödel probiert. Probiert es aus – aber Achtung: Die Mama-Variante schlägt alles!


